Woher die Daten kommen
Grundlage ist die vollständige Ziehungshistorie des EuroJackpot seit der ersten Ziehung am 23. März 2012. Sie stammt aus dem offiziellen Gewinnzahlen-Archiv von WestLotto und wird von uns automatisiert in einen eigenen, maschinenlesbaren Ziehungsdaten-Feed im JSON-Format überführt.
Der Feed wird im Browser des Besuchers geladen, nicht auf unserem Server verarbeitet. Das heißt: Jede Statistik, die Sie sehen, ist in diesem Moment aus den Rohziehungen berechnet worden — nichts davon ist eine fest eingetippte Zahl, die jemand von Hand nachpflegen müsste. Kommt eine neue Ziehung dazu, ändern sich die Werte beim nächsten Aufruf von selbst.
Der Stand der gerade verwendeten Daten steht auf der Startseite in der Kopfzeile: Datum der jüngsten enthaltenen Ziehung und Anzahl der ausgewerteten Ziehungen. Diese Angabe ist die verbindliche Auskunft darüber, worauf sich eine Zahl bezieht.
Verbindlich sind immer die offiziellen Gewinnzahlen der Lotteriegesellschaften. Unsere Auswertung ist eine Beschreibung der Vergangenheit, keine amtliche Bekanntmachung.
Warum die Eurozahlen umgerechnet werden
Das ist der Punkt, an dem sich unsere Auswertung von den meisten anderen unterscheidet — und der Grund, warum rohe Ranglisten der Eurozahlen im Netz systematisch falsch sind.
Der Eurozahlen-Topf ist zweimal gewachsen. Zum Start im März 2012 wurden die beiden Eurozahlen aus 1 bis 8 gezogen. Seit dem 10. Oktober 2014 sind es 1 bis 10, und seit dem 25. März 2022 — demselben Tag, an dem die zweite wöchentliche Ziehung eingeführt wurde — sind es 1 bis 12.
Wer nun einfach zählt, wie oft jede Eurozahl gezogen wurde, vergleicht Ungleiches: Die 1 bis 8 konnten seit 2012 gezogen werden, die 9 und 10 erst seit 2014, die 11 und 12 erst seit 2022. In einer rohen Rangliste landen die 11 und die 12 zwangsläufig ganz unten — nicht weil sie seltener kommen, sondern weil es sie jahrelang nicht gab. Als „kalte Zahl“ zu lesen wäre das schlicht falsch.
Wir rechnen deshalb epochenbereinigt: Für jede Eurozahl wird zunächst bestimmt, an wie vielen Ziehungen sie überhaupt teilnehmen konnte, und daraus ihr Erwartungswert über genau diese Ziehungen ermittelt — bei zwei gezogenen Eurozahlen aus einem Topf der jeweiligen Größe. Angezeigt wird dann nicht die rohe Trefferzahl, sondern der Index aus tatsächlichen Treffern geteilt durch Erwartungswert.
Ein Index von 1,00 heißt: genau so oft gezogen wie erwartet. Werte darunter oder darüber sind Abweichungen, die bei dieser Datenmenge fast immer im Bereich des Zufalls liegen. Auf der Seite Meistgezogene Eurozahlen stehen rohe Treffer und Index nebeneinander, damit der Unterschied sichtbar bleibt.
Die fünf Hauptzahlen haben dieses Problem nicht: Der Bereich 1 bis 50 ist seit der ersten Ziehung unverändert. Sie werden deshalb roh gezählt.
Wie Häufigkeiten entstehen
Der Rechenweg ist bewusst schlicht, weil hier nichts zu verfeinern ist: Für jede der Hauptzahlen 1 bis 50 wird gezählt, in wie vielen Ziehungen sie vorkommt. Zum Einordnen dient der Erwartungswert: Bei fünf gezogenen Zahlen aus 50 entfällt auf jede Zahl rechnerisch ein Anteil von 5/50, also ein Zehntel aller Ziehungen.
Weicht eine Zahl davon ab, ist die erste Frage nicht „warum?“, sondern „ist die Abweichung größer als das, was reiner Zufall in dieser Menge ohnehin erzeugt?“. Beim EuroJackpot ist diese Frage besonders wichtig, weil die Historie mit rund einem Jahrzehnt deutlich kürzer ist als bei Lotto 6aus49 — die zufälligen Schwankungen sind hier entsprechend größer.
Über die Zeitraum-Schalter auf der Startseite lässt sich die Berechnungsgrundlage einschränken, etwa auf die letzten 52 Ziehungen. Das ist ausdrücklich als Anschauungsmittel gedacht: Man sieht dort, wie stark eine Rangliste allein durch den gewählten Ausschnitt springt — die redaktionelle Auswertung dazu steht auf Statistik der letzten 52 Ziehungen. Mythos-Check und epochenbereinigte Eurozahlen bleiben deshalb immer auf der Gesamthistorie — ein Kurzzeitfenster würde dort Zufall als Befund ausgeben.
Wie der Mythos-Check rechnet
Der Mythos-Check prüft drei verbreitete Behauptungen gegen die eigenen Daten. Er ist der Teil dieser Seite, bei dem der Rechenweg am meisten zählt — deshalb steht er hier vollständig.
1. „Ziehungen hängen voneinander ab.“ Geprüft wird die Autokorrelation der Zonen-Besetzung von einer Ziehung zur nächsten: Sagt die Verteilung der letzten Ziehung etwas über die kommende? Als Maßstab dient das Zufallsband ±2/√n. Liegt der gemessene Wert darin, gibt es keinen Zusammenhang — und genau das ist bisher der Fall.
2. „Bestimmte Bereiche kommen häufiger.“ Die Summen der fünf Zahlenzonen werden per Chi-Quadrat-Test gegen die Gleichverteilung geprüft, mit vier Freiheitsgraden. Der kritische Wert bei fünf Prozent Irrtumswahrscheinlichkeit beträgt 9,49; bleibt der gemessene Wert darunter, ist die Abweichung mit Zufall vereinbar.
3. „Überfällige Zahlen kommen danach häufiger.“ Als „überfällig“ gilt eine Zahl, die zwölf Ziehungen oder länger nicht gezogen wurde. Gezählt wird, wie oft solche Zahlen anschließend tatsächlich kamen, und das Ergebnis wird mit dem Erwartungswert verglichen. Die Streuung wird dabei hypergeometrisch berechnet, weil ohne Zurücklegen gezogen wird — die einfache Binomialrechnung würde die Schwankungsbreite überschätzen und den Test damit zu leicht bestehen lassen. Ein Verhältnis von beobachtet zu erwartet um 1,0 heißt: kein Effekt.
Alle drei Kennzahlen werden auf der Startseite mitsamt ihren Vergleichswerten angezeigt, nicht nur als Ergebnis. Wer nachrechnen möchte, findet die Funktion computeMythStats im Quelltext der Startseite; sie ist nicht ausgelagert und nicht verschleiert.
Eine Einschränkung, die dazugehört: Ein bestandener Test beweist keine Unabhängigkeit. Er zeigt nur, dass sich in diesen Daten mit diesen Verfahren nichts Gegenteiliges finden lässt. Beim EuroJackpot kommt hinzu, dass die Datenbasis kleiner ist als bei 6aus49 — ein Test hat hier weniger Kraft, einen schwachen Effekt überhaupt zu entdecken. Das ist die richtige Leserichtung für jedes Ergebnis hier.
Wenn der Feed nicht erreichbar ist
Fällt die Datenquelle aus, zeigen die Seiten keine leeren Felder, sondern greifen auf eine eingebettete Ersatzbasis zurück. Diese ist älter als der Live-Stand und deshalb ausdrücklich gekennzeichnet: Die Kopfzeile weist sie als eingebettete Basis aus und nennt ihr eigenes Stand-Datum.
Uns ist wichtig, dass dieser Unterschied sichtbar bleibt. Eine veraltete Zahl ohne Hinweis wäre schlimmer als gar keine Zahl.
Was diese Zahlen nicht können
Der wichtigste Abschnitt dieser Seite, auch wenn er der kürzeste ist.
Keine dieser Statistiken verbessert eine Gewinnchance. Jede Ziehung ist von den vorherigen unabhängig; die Wahrscheinlichkeit auf fünf Richtige plus zwei Eurozahlen liegt seit der Topf-Erweiterung vom 25. März 2022 bei 1 zu 139.838.160, gleich welche Zahlen jemand ankreuzt und gleich wie oft sie in der Vergangenheit vorkamen.
Es gibt genau einen Effekt, der tatsächlich messbar ist, und er betrifft nicht die Wahrscheinlichkeit: Wer Zahlenkombinationen wählt, die selten getippt werden, teilt einen etwaigen Gewinn im Gewinnfall mit weniger Menschen. Das verändert die Höhe eines möglichen Gewinns, nie seine Wahrscheinlichkeit.
Begriffe wie „überfällig“, „heiß“ oder „kalt“ benutzen wir nur als Beschreibung des Vergangenen. Sie sind keine Prognose, und wir formulieren sie bewusst nirgends als eine.
Fehler melden
Wenn Ihnen eine Zahl falsch vorkommt, ein Rechenweg unklar bleibt oder Sie eine Abweichung zu den offiziellen Ergebnissen finden: Bitte melden Sie es über das Kontaktformular. Eine offengelegte Methodik ist nur dann etwas wert, wenn Korrekturen auch ankommen.